Newsletter 028 – Lasst die Spiele beginnen!

Liebe Freundin, lieber Freund!

Erst angekündigt, dann verschoben, dann noch mal verschoben: Nun kann – bin wieder richtig gesund – unser Info- und Kennenlern-Treffen (ausführliche Einladung hier! – Klick!) in der Stahlheimer-Straße 26 (SASZA, Klingel rechts unten) am 11.04.2018 um 19:15 endlich statt finden. Unter dem Motto:
Wohlauf – Lasst die Spiele beginnen!

Lasst die Spiele beginnen? …

„Was soll denn das nun bitteschön bedeuten?‟ fragst Du Dich vielleicht. Und das fragst Du Dich, wie meistens, zu recht. Daher will ich Dir auch die Antwort nicht schuldig bleiben.

Nun, der Gedanke: „Lasst die Spiele beginnen!‟ oder genauer, damit wir uns nicht mit strahlenden Olympioniken verwechseln: „Lasst uns die Schreibfestspiele eröffnen!‟ entstand in etwa so: Ein guter Freund erinnerte mich vor einigen Tagen daran, dass unser aller Freund Friedrich, der Fritz Schiller, einst darauf hinwies, dass der Mensch nur im Spiel wirklich ganz zu sich selbst kommen und ganz er selbst sein kann:

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

Friedrich Schiller, Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795), 15. Brief


Schiller-Denkmal auf dem Gendarmenmarkt in Berlin | Wohlauf! – Lasst die Spiele beginnen!
Schiller-Denkmal auf dem Gendarmenmarkt in Berlin | Wohlauf! – Lasst die Spiele beginnen!

Schreibfestspiele?

Nun, heute bin ich fest überzeugt davon, dass der damals 36-jährige Friedrich Schiller etwas sehr Kluges und Schönes damit aufgeschrieben hat. Als ich jedoch seinen philosophischen Schriften als etwa 30-jähriger Ingenieur in meinem Philosophiestudium erstmals begegnete, erschien mir dieser Satz nur widersinnig und absurd. Gerade das Gegenteil schien mir der Fall zu sein: Dort, wo der Mensch mit Verstand und Vernunft arbeitet, dort – und nur dort – glaubte ich, könne sich der Mensch als Mensch ganz verwirklichen.

Die kreativen, schöpferischen Seiten, Aspekte und Fähigkeiten, die gleichfalls maßgeblich unser Leben und unsere Kultur begründen, waren mir bis dahin nur wenig bekannt.

Im Laufe der Jahre durfte ich dann (wieder einmal) erkennen, dass Freund Schiller mit seiner Wertschätzung des freien Spiels, v.a. des freien, wirklichen Schreibens sehr recht hatte. Und immer wieder erfreute ich mich auch später daran, dass ich in meinem Leben Menschen oder zumindest deren Schriften begegnen durfte, von denen ich etwas Schönes und Gutes lernen konnte. Selbst dann, wenn auch die meisten dieser Menschen schon lange tot sind und ich nur noch Ihrem niedergeschriebenen Nachlass begegnen kann.

Heute verstehe ich Freund Schillers Gedanken jedenfalls (wohl begründet) so, dass der Mensch nur dann wirklich Mensch sein kann, sich selbst verwirklichen kann, wenn er in Freiheit leben und handeln kann und darf. In Freiheit denken, sprechen, handeln, vor allem: Schreiben (!) kann der Mensch aber nur, wenn er spielt. Im freien bildenden Spiel, im Wirklichen Schreiben, verwirklicht der Mensch seine Freiheit und sich selbst!

Fast alles andere Handeln ist nicht ein Handeln aus der Freiheit einer Liebe zum Wahren, Schönen, und Guten. Sondern ein bitteres Handeln aus dem Los der Not!

Wohlauf! – Lasst die Spiele beginnen!

Falls Dich Schillers Gedanken zur Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung auch interessieren, können wir ja am Dienstag vielleicht auch darüber sprechen.

In jedem Fall aber: Lasst die Spiele beginnen! Lasst uns unsere Schreibfestspiele beginnen!

Auf das Spiel!
Auf das Schreiben!
Auf die Freiheit! Auf unsere Freiheit! Auf unsere Freiheit, das Schöne, Wahre und Gute verwirklichen zu können!

Möge unser Schreiben ein Fest des Spiels, ein Fest der Freiheit und ein Fest der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung werden!

Ich freue mich sehr darauf, Dich wieder zu treffen oder Dich neu kennen zu lernen!

Dein Michael


Goethe und Schiller – Denkmal in Weimar | Wohlauf! – Lasst die Spiele beginnen!
Goethe und Schiller – Denkmal in Weimar | Wohlauf! – Lasst die Spiele beginnen!


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