Newsletter 014 – Schreib es raus! Dann ist es leichter!

Liebe Freundin, lieber Freund!

Sei herzlich gegrüßt zum vierzehnten Newsletter zum Thema »Schreiben und Schreiben lernen«! Heute geht es in einem Bericht aus der laufenden Schreibwerkstatt um einen Aspekt des Therapeutischen Schreibens: Schreib es raus! Dann ist es leichter!

Neues aus der Schreibwerkstatt

Gestern erzählte mir eine erfahrene Schreibworkshop-Teilnehmerin, dass ihr das Schreiben bei der Bewältigung bedrückender Lebenserfahrungen sehr geholfen habe. Der Druck sei viel kleiner und alles andere sei viel leichter geworden.

Sie fügte noch hinzu, es käme ihr sehr naiv vor und sie fühle sich albern dabei, zu behaupten, das Schreiben habe ihr in ihrem Leben so sehr geholfen. Denn sie fände es allzu unglaubwürdig, reißerisch oder auch albern, wenn man manchmal den schlauen Tipp zu hören oder zu lesen bekäme: »Schreib es raus! Dann ist es weg!«

Und da stimmte ich Ihr dann auch von Herzen zu: Der flache Tipp: »Schreib es raus! Dann ist es weg!« ist eine reißerische Vereinfachung. Dennoch lohnt es sich, einen Moment inne zu halten und über die Erfahrung, die hinter dieser Aufforderung steht, nachzudenken.

Schreib es raus! Dann ist es weg!

Durch den Tipp: »Schreib es einfach raus! Dann ist es weg!« wird ja auf eine Erfahrung verwiesen, die viele Menschen immer wieder machen: Schreiben entlastet. Für uns sollte es aber nicht gleichgültig sein zu verstehen, wieso das Schreiben entlastet. Nur dann können wir das Schreiben als sichere Lebenshilfe annehmen. Und nur dann können wir die Macht des Schreibens auch wirklich ganz auskosten.

Schreib es raus! Dann ist es leichter!

»Schreib es raus! Dann ist es leichter!« kann also durchaus zutreffen, wenn wir ein Problem haben und darüber schreiben. Und wir fragen einmal ganz unbedarft: Wieso eigentlich? – Steckt eine geheime Magie im Schreiben oder wieso sollte das Schreiben solche wunderbaren Wandlungen vollbringen können?

Nein, mit Magie und Zauberkraft hat das nichts zu tun. Auch wenn es manchmal so scheinen mag. Aber etwas anderes, mindestens gleichermaßen Wertvolles geschieht!

Schreib es raus! Dann ist es klarer!

Wenn wir ein Problem haben, das uns das Leben schwer macht und kreuz und quer unsere Gedanken durchzieht, verknotet und verwirrt, dann scheint die Lösung des Problems oft in weiter Ferne.

Sobald wir uns jedoch daran wagen, unser Problem schriftlich aufzuzeichnen, beginnen wir damit, Ordnung in unsere Aufzeichnungen zu bringen. Denn das fordert das Schreiben von uns ab. Ein Text, der so verworren und verschroben wäre wie unsere Problem-Gedanken zu Beginn des Schreibens würde uns einfach nicht zufriedenstellen. Im Schreiben sind wir gefordert, Ordnung zu schaffen.

Diese Ordnung, die wir nun – wie von Zauberhand – entweder von ganz alleine oder durch vertieftes Nachdenken erschaffen, wirkt sich nicht nur auf unser Geschriebenes aus, sondern auch auf unsere Gedanken und unsere Gefühle. Denn durch das Schreiben werden auch unsere Gedanken und Gefühle in Ordnung gebracht. Und alles wird klarer!

Schreib es raus! Dann kannst Du es verstehen!

Noch etwas anderes, tiefgreifenderes geschieht beim Schreiben: Indem wir im Schreiben unsere Gedanken und Gefühle ordnen, das Wirrwarr und Chaos in unserem Geist glätten und beruhigen und die uns belastende Situation vor uns aufzeichnen, erschaffen wir die Grundlage dazu, unser Problem überhaupt verstehen zu können. Denn wirklich verstehen können wir nur, was logisch und geordnet ist. Alles davor ist kein Verständnis sondern nur krause Meinung und verworrenes Gefühl; ebenso kraus und verworren wie die Eindrücke und Gedanken in unserem Geist, bevor wir mit unserem Schreiben begannen.

Das Schreiben macht uns das Problem überhaupt erst erkennbar und erkenntlich. Und damit wird das Problem für uns greifbar und wir können nach einer Lösung suchen. Vielleicht gibt es ja eine kluge Lösung für unser Problem.


SCHREIBEN IN BERLIN | Schreib es raus! Dann ist es leichter!
SCHREIBEN IN BERLIN | Schreib es raus! Dann ist es leichter!

Schreib es raus! Dann kannst Du Lösungen finden!

Das Finden einer Lösung für unsere Probleme ist übrigens für die allermeisten von uns eine recht erfreuliche Aufgabe. Schließlich sind wir Menschen Wesen, die auf Problemlösungen programmiert sind und sich in der Lösung von Problemen, zumindest in der Suche nach Lösungen, sehr wohl fühlen. Deswegen schauen oder lesen viele von uns schließlich so gerne Krimis oder lösen mit Begeisterung diverse Rätselaufgaben.

Doch trotz aller Begeisterung für Problemlösungen: Eine Lösung können wir nur finden, wenn wir das Gegebene und das Gesuchte unseres Problems klar ordentlich vor Augen haben.

Schreib es raus! Und finde Deine Lösung!

Die Lösung unseres Problems finden wir dann während unseres Schreibens, indem unsere Geschichte weitergeht, an einem bestimmten Punkt meist eindeutig und wie ganz von alleine. Und sollte es nicht von alleine geschehen, können wir immer noch Freund Sokrates als Berater zu Rate ziehen.

Schreib es raus! Und finde Deinen Weg!

Indem Du das, was Dich wirklich belastet, in Deiner Geschichte niederschreibst, wird Dich der Fortgang Deiner Geschichte auch der Lösung Deines Problems näher bringen. Weil Schreiben einfach Gedanken und Gefühle ordnet, bereinigt und klärt. Darauf kannst Du Dich verlassen.

Und wenn das Problem, das Du nun lösen wirst, ein bisher Dein Leben bestimmendes Problem ist, das große Thema Deines Lebens, so wirst Du durch das Schreiben auch eine große, neue Freiheit erlangen. Eine große neue Freiheit, die es Dir erlauben wird, Deinen Dir eigenen Weg zu finden und zu beschreiten.

Ein erfreuliches Adventswochenende wünsche ich Dir

Dein Michael


SCHREIBEN IN BERLIN | Schreib es raus! Dann ist es leichter!
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