Newsletter 011 – Begegne Dir selbst!

Liebe Freundin, lieber Freund!

Sei herzlich gegrüßt zum elften Newsletter zum Thema »Schreiben und Schreiben lernen«! Heute mit der Aufforderung: Begegne Dir selbst!
Alle bisherigen Newsletter findest Du übrigens hier, im Blog. (Web: Schreiben in Berlin.de)

Der Stand der Dinge

Erinnerst Du Dich an den vorletzten Absatz des vorigen, des zehnten Newsletters? Hier ist er nochmals zur Erinnerung:

Auch Du hast jetzt die große Freiheit

Nachdem Du in der Einführung auch mancherlei Pflichten ableisten musstest, damit Deine Geschichte auf sicherem Fundament steht, beginnt jetzt für Dich als Schriftstellerin die Kür! Jetzt (endlich!) hast Du die große Freiheit zu schreiben, was Du willst! Lass Dich gehen, lass Dich treiben, lass Deine Heldin erleben, was Du selbst erleben magst und auch das, was Du selbst vielleicht auch lieber niemals erleben möchtest (Katharsis).

Vorhang auf! oder Licht an! und das Spiel, Dein Spiel kann beginnen. Jetzt kannst Du schreiben, bis die Feder qualmt. Genieße Deinen Stoff, genieße Dein Schreiben, genieße Dich als Schriftstellerin!


Begegne Dir selbst!

Ja, in dieser Phase des Schreibens hast Du alle Freiheiten des Schreibens. Du kannst Deiner Heldin (Dir!) begegnen lassen, was Du willst! Und was gäbe es Spannenderes und Aufregenderes, aber auch Furchteinflößenderes, als die Begegnung mit sich selbst? – Also: »Begegne Dir selbst!«

Wie soll denn das aber gehen, das Sich-Selbst-Begegnen, wirst Du nun vielleicht fragen. Und Du fragst zu recht!

Vielleicht fragst Du Dich auch, was das Ganze denn nun mit dem Schreiben zu tun haben soll – hier scheint ja vor allem von Freiheit und Selbstbegegnung die Rede zu sein – und auch diese Frage stellst Du Dir zu recht!

»Begegne Dir selbst«? – Ein Beispiel

Du erinnerst Dich? – Deine Heldin (Du!) hat sich ja nun auf ihr großes Abenteuer eingelassen und 1253 Fragen, Gedanken, Bedenken, Sorgen und Ängste, aber auch Gier und Begehren gehen alle auf einmal durch ihren Kopf. [Ich hoffe, die Zahl stimmt!] Deine Heldin (Du!) muss sich jetzt entscheiden, welchen Weg sie als nächstes einschlägt.

Ist es ein schöner, ein lustvoller, ein heißer, ein gefährlicher Weg? – Beschreibe Dir und Deiner Heldin diesen Weg genau. Und schreibe Dir auch die Gedanken und Gefühle Deiner Heldin genau auf!

Und nun frage Dich: Sind die Gefühle, die Du Deiner Heldin zuschreibst, dieselben Gefühle, die Du jetzt, im Moment des Schreibens, erlebst?

Meiner Meinung nach sollten die Gefühle, die Du im Schreiben durchlebst, dieselben Gefühle sein, die Du auch Deiner Heldin zuschreibst! Also: Wenn Deine Heldin großen Durst erleiden muss, solltest Du das hautnah nachvollziehen können. Trotzdem darfst Du natürlich etwas trinken! Aber Du solltest doch den Durst miterleben.

Wenn Deine Heldin stinkesauer ist, solltest Du auch innerlich stinkesauer sein! Wenn Deine Heldin wütend wird, solltest Du auch Wut verspüren! Und wenn Deine Heldin ihre neue Bekanntschaft für die Nacht klar macht, sollte Dich das auch nicht unbeteiligt lassen.

Begegne Dir selbst – Der richtige Weg?

Wenn Du richtig in Deinem Schreiben wirklich drinsteckst, erlebst Du alles, ALLES! mit Deiner Heldin mit. Ansonsten bist du noch nicht drin und schreibst nur einen Schulaufsatz. Oder Du hast Deine Heldin einen Weg einschlagen lassen, der nicht ihr wirklicher Weg ist. Dann suche erneut den Weg Deiner Heldin! Du erkennst ihn daran, dass nicht nur Deine Heldin, sondern dass auch Du selbst Feuer schlägst und aufloderst!


Begegne Dir selbst!
Begegne Dir selbst!

Begegne Dir selbst! – Mach‘ es groß!

Wenn du nun auf den richtigen Pfad gelangt bist – Du merkst das! – dann würden meine Freunde vom Impro-Theater raten: Mach‘ es groß! Mach‘ es gewaltig! Übertreibe in alle Richtungen, nach oben und nach unten! Wage es einfach! Hier, im Schreiben, hast Du doch die Freiheit dazu!

Deiner Phantasie sind keine äußeren Grenzen gesetzt. Sei frei, sei wild! Gehe an Deine Grenzen und überschreite sie! Erkenne Deine Grenzen! Begegne Deinen Grenzen! Begegne Dir selbst!

Sei euphorisch, sei depressiv, sei sadistisch oder masochsitisch, sei angezogen oder abgestoßen, sei nackt! Erlebe Scham, Schuld, Schande, Verleumdung und Verrat, die apokalyptischen Reiter unserer Seele, und erwehre Dich gegen sie!

Begegne Dir selbst! – Probiere Dich aus!

Probiere Dich dort aus, begegne Dir selbst dort und lerne Dich dort kennen, wo Du keinen Schaden daraus erleidest: In Deinem Schreiben! Hier, im Schreiben, sind Dir und Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt: Sei Engel, sei Teufel, sei Mensch! Sei ein großartiger Engel, sei ein fieser durchtriebener Teufel und sei ein Mensch, der sich alle Facetten des Menschseins zu erleben traut! Im Schreiben bist Du frei!

Besonders wenn Du gerade Neuland betrittst und Deinen ersten Entwurf schreibst, dann übertreibe! Übertreibe in alle Richtungen, die Dir gefallen! Und übertreibe auch in die Richtungen, die Dir gar nicht gefallen oder die Dir sogar (grusel!) richtig Angst machen. Begegne Dir selbst in allen Deinen Emotionen! Das macht Dich frei! Und nütze dann diese Freiheit, um das zu schreiben, was Du wirklich schreiben willst! Und um das zu leben, was du wirklich leben willst!

In diesem Sinne, grüße ich Dich herzlich,

Dein Michael


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Begegne Dir selbst!
Begegne Dir selbst!

 

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