Newsletter 004 – Im Dialog mit sich selbst

Liebe Freundin, lieber Freund!

Sei herzlich gegrüßt zum vierten Newsletter zum Thema „Schreiben und Schreiben lernen“! (Web: Schreiben in Berlin.de) und zum „Dialog mit sich selbst“.

Heute erhältst Du erstens eine Einladung zu einem kostenfreien und völlig unverbindlichen Informations und Kennenlern-Treffen. Außerdem möchte ich zweitens gerne mit Dir ein wenig über das Schreiben nachdenken.


1) Info-Treffen mit Vortrag und Keksen am Mi, 04.10. um 19:15 Uhr im Prenzlauer Berg

Es gibt mindestens 1000 Gründe zu schreiben oder mit dem Schreiben zu beginnen. Einige diese 1000 Gründe, weshalb Schreiben. ganz besonders in Schreibworkshops nicht nur Freude und Spaß macht, sondern auch noch hilfreich und bereichernd sein kann, will ich Dir an diesem Abend gerne vorstellen. Und: Ja, es gibt Getränke und Kekse!

Alle Weiteren Infos zu Raum, Zeit und den Workshops findest du hier: Einladung. Natürlich bist Du auch herzlich willkommen, wenn Du an keinem Workshop teilnehmen magst und Dich einfach nur für die Möglichkeiten des Schreibens interessierst! Und auch wenn Du Dich per diesem Newsletter zu Deiner Geschichte und durch Deine Geschichte führen lässt, wirst Du bestimmt von diesem Abend profitieren. Wenn Du, vielleicht sogar mit Freunden, an diesem Abend teilnehmen magst, schicke mir doch bitte eine kurze Nachricht an mail@SokratesBerlin.de, damit ich die Kekse planen kann. Danke!

2) Zum Schreiben – Deine Schreiberfahrungen

Wenn Du, geleitet durch den Newsletter, nun vielleicht schon begonnen hast, Deine Geschichte zu schreiben, dann hast Du bisher Folgendes getan und erlebt:

  • Du hast Dir Deine Heldin (Deinen Held), die (der) Dich im Abenteuer der Geschichte vertritt, erschaffen und ausstaffiert (=genau beschrieben). Und Du hast vielleicht auch schon herausgefunden, was Deine Heldin ganz besonders gut kann – und was sie eben auch gar nicht so gut kann und wovor sie ganz gewaltig Angst hat. (Das ist natürlich das große Geheimnis der Heldin, das niemand, um keinen Preis der Welt, wissen darf!)

  • Du hast auch die Umgebung Deiner Heldin genau beschrieben.

  • Und Du hast den Lebensalltag Deiner Heldin genau, d.h. sinnlich nachvollziehbar, also vorstellbar beschrieben. Hierbei sollten die schönen und die guten Seiten ihres Lebens (vorerst) im Vordergrund stehen, weshalb wir es auch das „Paradies“ der Heldin genannt hatten.

  • Vielleicht hast Du Dir auch schon über die heranrückende Herausforderung, der Deine Heldin gegenübertreten wird, Gedanken gemacht. Diese Herausforderung trifft nämlich genau auf den Punkt, wovor Deine Heldin so ganz besonders Angst hat. Dies wird dann auch das Leitthema, der anschließenden Geschichte sein. Und vielleicht ist es ja auch Dein Lebensthema; wer weiß? (Aber dazu kommen wir im nächsten Newsletter noch genauer).

Gedanken über das Schreiben – Der Dialog mit sich selbst

Wenn Du dies alles geschrieben hast oder auch an frühere abenteuerliche Erfahrungen mit dem Schreiben denkst, stellt sich Dir vielleicht ja auch die Frage:

Was passiert eigentlich, wenn ich schreibe?
Was passiert eigentlich, während ich schreibe?

Es passiert nämlich, meines Erachtens, etwas ganz Wunderbares mit uns, wenn wir uns ins Schreiben hinein begeben: Wir treten in einen kreativen Dialog mit uns selbst!

Nun treten wir zwar sicherlich auch ganz von alleine in einen Dialog mit uns selbst, wenn wir gründlich über etwas nachdenken. Aber dieser nur in Gedanken eher unbewusst vollzogene Dialog mit sich selbst erfährt eben niemals dieselbe Intensität wie der Dialog, der wir im Schreiben führen; mit uns selbst (!) im Schreiben führen!

Der Dialog, der nicht durch das Schreiben begleitet wird, bleibt vage, oberflächlich, ungenau und oft auch irr und wirr.

Sobald wir aber zu schreiben beginnen, wird der Dialog klar, tiefgreifend, eindeutig und brillant. Und wenn uns bewusst wird, dass wir einen Dialog mit uns selbst führen, wird der Dialog mit sich selbst zunehmend intensiv. Manchmal sogar so intensiv, dass er unser ganzes Leben verändert.

Das liegt wohl daran, dass wir unsere krausen Vorstellungen, um sie niederschreiben zu können, zuerst einmal ordentlich klären, rationalisieren und in eine logische Ordnung fügen müssen. Wie in einem Glasperlenspiel.

Das ist zwar ein bisschen mühsam und manchen Menschen fällt das Schreiben deswegen auch unendlich schwer, doch diese (kleine) Mühe lohnt sich angesichts des Ergebnisses, das wir dadurch gewinnen: Denn nun werden wir durch unser Aufgeschriebenes unseren eigenen klaren Worten begegnen. Und an diese klaren Worte können wir eindeutige, klare Fragen richten, die wir uns wieder, im Weiterschreiben, klar und erkenntnisreich beantworten können. Wir können uns wieder fragen … und wieder … und so fort. So werden uns, dank unserer Fähigkeit zur Assoziation und unseres bildhaften Vorstellungsvermögens die Fragen nicht ausgehen, bis wir ein vollendetes Bild, ein geistiges Gemälde, ein schillerndes Mosaik unserer Geschichte besitzen, über die wir gerade schreiben.

Aufgemerkt!

Und aufgemerkt: Dies ist ein Bild oder Mosaik, das wir zuvor nicht besaßen! Wir sind durch unser Schreiben also reicher geworden!

Verblüffender Weise haben wir aber alles, was zu diesem Bild gehört, aus uns selber geschöpft. Aus unserem eigenen Denken, aus unserer eigenen Erinnerung, aus unserer eigenen Phantasie! Aus uns selbst! Aus unserem eigenen Selbst! Ist das nicht wunderbar?

Angesprochen habe ich hier nun schon die Phantasie. „Aber das ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden“, hätte mein Freund Michael Ende gesagt, der dem Reich der Phantasie, er nannte es Phantasia, seinen wundervollen Roman über „Die unendliche Geschichte“ gewidmet hatte. (Nur nebenbei: Michael Ende hatte in seinem Buch die Phantasie als alleinige Abhilfe gegen die Depression dargestellt).

Die Unendliche Geschichte halte ich für sehr lesenswert. Und: Nein – ich kannte Michael Ende, auch wenn ich ihn als meinen Freund bezeichne, nicht persönlich. Aber ich fühle mich manchen Menschen im Geist als Freund sehr verbunden; Michael Ende gehört ganz ohne Zweifel zu ihnen.


Wie schon gesagt: Sofern es Dir möglich ist, würde ich mich sehr freuen, Dich am Mi, 04.10.2017 zu dem Info- und Kennenlern-Treffen (siehe hier (KLICK!)) begrüßen zu dürfen!

Bis zum nächsten Wiederlesen oder Wiedersehen,

herzliche Grüße,

Dein Michael


Schreiben - Im Dialog mit sich selbst
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